Lektionen aus dem WebQuantum Labor: Was wir aus dem Experiment mit KI-generierten Texten gelernt haben

Es gibt Tage, da fließen die Worte nur so. Die Tasten tanzen unter Deinen Fingern und ehe du Dich versiehst, hast Du einen perfekten Marketingtext vor Dir. Aber es gibt auch die anderen Tage. Tage, an denen die Worte einfach nicht kommen wollen, an denen selbst der erste Satz wie ein unüberwindbarer Berg erscheint. In solchen Momenten wünschst Du Dir vielleicht eine magische Lösung. Und diese magische Lösung ist näher als Du denkst!

Ein jeder von uns hat mittlerweile Zugang zu einem ungemein mächtigen Werkzeug: ChatGPT, eine KI-gesteuerte Textgenerierungstechnologie, die die Art und Weise, wie wir Inhalte erstellen, revolutionieren kann. Aber wie bei jedem Werkzeug hängt der Erfolg davon ab, wie gut wir damit umgehen können. Viele stehen bei der Erstellung von Marketingtexten mit ChatGPT vor Herausforderungen. Diese reichen von einem Mangel an Originalität und Emotion in den Texten bis hin zur Schwierigkeit, starke Handlungsaufforderungen zu erstellen. Das Schlüsselwort in diesem Zusammenhang sind „Prompts“, die Befehle, die wir ChatGPT geben, um den gewünschten Text zu erstellen. Und genau dieser Kunst des Prompt-Schreibens widmen wir uns in diesem Artikel.

Probleme bei der Erstellung von Marketingtexten mit AI und ChatGPT

Bevor wir uns der Lösung gegen mittelmäßige Inhalte von ChatGPT zuwenden, schauen wir uns erst einmal an, wie die Probleme beim Output der KI denn genau aussehen.

Mangelnde Originalität und Effektivität computergenerierter Texte

Eines der größten Probleme, das viele bei der Verwendung von ChatGPT haben, ist der Mangel an Originalität der generierten Texte. Sie wiederholen sich oft oder enthalten sehr ähnliche Inhalte. Dies liegt daran, dass ChatGPT auf früheren Eingaben basiert (sowohl im eigenen Verlauf des bisherigen Chats mit der KI wie auch die Inhalte, mit denen die KI trainiert wurde) und daher in wiederkehrenden Mustern verharren kann.

Unklarheit über die Ursachen dieser Probleme

Oft ist auch das Problem, wie ein Prompt formuliert wird. Manche neigen dazu, das Problem auf ChatGPT zu schieben, aber in Wirklichkeit liegt es an der Art und Weise, wie man die Prompts formuliert.

Mangelnde Klarheit über die Zielgruppe und ihre Probleme

Ein weiterer kritischer Punkt ist das Verständnis unserer Zielgruppe. Ein Text kann noch so gut geschrieben sein, wenn er nicht auf die Bedürfnisse und Probleme unserer Zielgruppe eingeht, wird er seine Wirkung verfehlen.

In den folgenden Abschnitten werden wir die Lösung für diese Probleme erkunden, nämlich wie man bessere Prompts erstellt, um effektivere und originellere Marketingtexte mit ChatGPT zu erstellen. Denn der menschliche Anteil an einem guten KI-Output ist keineswegs so leicht, wie manch einer vielleicht denkt.

Überforderung von ChatGPT

Die meisten Chat-GPT-Modelle haben nur einen Puffer von 4000 Tokens oder Zeichen. Wenn zu viele Wünsche und Details in den Original-Prompt eingegeben werden, werden diese bei der Ausgabe nicht berücksichtigt. Daher ist auch die maximale Länge des Ausgabetextes auf 4000 Zeichen begrenzt.

Mögliche Lösungen

Wie gibt man der KI-gesteuerten Textgenerierung die richtigen Impulse? Wie bringen wir ChatGPT dazu, uns zu verstehen und auf effektive und originelle Weise zu kommunizieren? Indem wir unsere Prompts verschachteln.

Verwendung verschachtelter ChatGPT Prompts

Die Grundlage der Lösung ist zu lernen, wie man effektive Prompts setzt. Verschachtelte Prompts sind dabei besonders wichtig: Anstatt eine einzelne Frage oder Anweisung zu verwenden, kann man eine Reihe von Befehlen in einer verschachtelten Struktur verwenden, um ChatGPT zu lenken und ihm zu helfen, tiefgründige und nuancierte Antworten zu generieren. Also z.B. für unseren Beispielzweck, eine Werbeanzeige zu schreiben: Zielgruppe, Problemstellung, Schmerzpunkte und so weiter.

Ein flexibles System für die Benutzer der KI entwickeln

Wir haben ein flexibles System entwickelt, mit dem man mit verschiedenen Prompts “jonglieren” kann. Das heißt, dass man mit unserem System mit verschiedenen Arten von Prompts experimentieren kann, um herauszufinden, welche am besten funktionieren. Das bedeutet unter anderem, verschiedene Stile und Formate auszuprobieren, um ein breites Spektrum an Inhalten zu erstellen. Ganz konkret sind das z.B. Angaben wie “langes/kurzes Facebook Ads”, “Emoji-Dichte”,” Du/Sie-Ansprache”, “baue eine provokante, Clickbait-artige Hook ein”, und einige weitere, die wir an dieser Stelle nicht preisgeben wollen 🙂

Mindestens zehn verschiedene Prompts verwenden

Ein gut funktionierender Trick ist, der KI als Input nicht nur ein oder zwei Schmerzpunkte bzw. Problemstellungen mitzugeben, sondern mindestens zehn verschiedene. Am besten so viele wie möglich. Bei der Erstellung dieser hilft auch die KI wieder. Auf diese Weise kann ChatGPT eine umfassendere Antwort liefern und verschiedene Aspekte eines Themas abdecken.

Das sind verschachtelte ChatGPT-Prompts

Im Folgenden soll eine Lösung näher betrachtet werden, die sich bereits bei vielen Anwendern bewährt hat: die Verwendung von verschachtelten ChatGPT Prompts.

Wie das System funktioniert

Verschachtelte Prompts funktionieren, indem sie ChatGPT durch eine Reihe von Fragen und Anweisungen führen, anstatt nur eine einzige Frage oder Anweisung zu verwenden. Jede Frage oder Anweisung führt zur nächsten und ermöglicht so eine tiefere und nuanciertere Antwort.

Vorteile bei der Erstellung von Marketingtexten

Verschachtelte Prompts haben mehrere Vorteile: Erstens ermöglichen sie ChatGPT tiefere und nuanciertere Antworten, die mehr Details und Informationen enthalten. Zweitens können sie helfen, sich wiederholende oder generische Inhalte zu vermeiden, indem sie ChatGPT dazu bringen, verschiedene Aspekte eines Themas zu betrachten. Drittens erhöhen sie den menschlichen “Touch” in den Texten.

Beispiele für den erfolgreichen Einsatz des Systems

Einige andere Marketer haben bereits von Erfolgen mit verschachtelten Prompts berichtet. Zum Beispiel hat einer unserer Kunden, der Online-Coachingkurse anbietet, verschachtelte Prompts verwendet, um ChatGPT dazu zu bringen, detaillierte Beschreibungen und Bewertungen der Kurse zu erstellen. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Texte waren detailliert, informativ und ansprechend, und die Konversionsraten stiegen deutlich an. Entscheidend war jedoch die Formulierung des richtigen Inputs, also des Prompts.

Ein konkretes Beispiel für ein Prompt, das ein Inhaltsverzeichnis erstellt, woraus dann im Anschluss automatisiert ein Blogpost mit verschiedenen Kapiteln entsteht, könnte z.B. sein:

Erstellung eines Blogpost-Inhaltsverzeichnisses mit einer verschachtelten Prompt
Erstellung eines Blogpost-(Inhaltsverzeichnisses mit einer verschachtelten Prompt)

Das Ergebnis, das aus dieser verschachtelten Prompt entsteht, sieht dann wie folgt aus:

Ausschnitt aus unserem Tool - Die automatisierte Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses für einen Blogpost
(Ausschnitt aus unserem Tool - Die automatisierte Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses für einen Blogpost)

Nun bleibt nur noch, den Blogpost schreiben zu lassen.

Was konnten wir während des Prozesses lernen?

Die Arbeit mit ChatGPT hat uns gelehrt, dass Flexibilität entscheidend ist: Kein einzelner Prompt oder Stil wird immer funktionieren und es ist wichtig, offen für Experimente und Veränderungen zu sein.

Die Bedeutung menschlicher Entscheidungsfindung

Trotz fortgeschrittener Technologie ist es wichtig zu erkennen, dass menschliche Entscheidungsfindung immer noch eine zentrale Rolle spielt. ChatGPT kann ein wertvolles Werkzeug sein, aber letztendlich sind wir es, die entscheiden, welche Prompts wir verwenden und wie wir die generierten Inhalte nutzen. Nie sollte man der KI blind vertrauen und sie einfach mal machen lassen.

Erfolgsfaktoren für die Erstellung origineller und effektiver Marketingtexte

Die Arbeit mit ChatGPT hat uns auch gelehrt, worauf es wirklich ankommt, wenn es um effektive Marketingtexte geht. Es geht nicht nur darum, schöne Worte zu schreiben, sondern eben vor allem auch darum, unsere Zielgruppe zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse und Probleme einzugehen. Das konnte ChatGPT schon relativ gut, auch ohne ausgetüftelten, verschachtelten Prompt, aber für unsere Ansprüche eben nicht gut genug.

Diese Einsichten sind erst der Anfang. Je mehr wir mit ChatGPT arbeiten und experimentieren, desto mehr werden wir lernen.

SEO

Ja: verschachtelte Prompts ranken auch wunderbar für die Google SEO Optimierung.

Google-Suchergebnisse für "GPT4 Effizienz"
(Google-Suchergebnisse für "GPT4 Effizienz")

Fazit

ChatGPT macht uns zu Produktivitätsmonstern. Wer es nicht nutzt, wird in den nächsten 48 Monaten seinen Job verlieren. Der Einsatz von KI im Content-Marketing stellt uns aber auch vor große neue Herausforderungen, bietet eben aber auch Chancen zur Verbesserung und Effizienzsteigerung. Ja, es gibt Hürden wie mangelnde Originalität, Schwierigkeiten bei der Erstellung überzeugender Handlungsaufforderungen und die Schwierigkeit, tiefgründige Inhalte zu erstellen. Aber wir haben auch gesehen, dass es Lösungen gibt, wenn man die KI richtig zu nutzen weiß.

ChatGPT sollte nicht nur als Werkzeug verstanden werden, sondern auch als eine Art Business-Partner. Ein Partner, der uns dabei hilft, Werbebotschaften effizient und überzeugend zu vermitteln. Und während wir unsere Reise fortsetzen, dürfen wir nie vergessen, dass es nicht die Werkzeuge sind, die einen Handwerker ausmachen, sondern die Art und Weise, wie er sie benutzt.

Die Zukunft wird unweigerlich eine Zukunft sein, in der Marketingtexte nicht mehr nur das Produkt menschlicher Schreibarbeit sind, sondern auch das Ergebnis der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Eine Zukunft, in der KIs wie ChatGPT uns helfen, unsere Inhalte besser und effektiver an den Mann, die Frau – und vielleicht in irgendeiner Form sogar an die Maschine? – zu bringen.

Uwe Walcher | Founder & CEO

Uwe ist seit über 21 Jahren auf der Jagd nach den besten Online-Marketing Strategien. Am meisten faszinieren ihn dabei alle wenig bekannten, aber wirkungsvollsten Methoden. 2014 gründete er die Performance-Marketing Agentur WebQuantum. Als eine Art “Online-Marketing Professor” unterrichtete er unter anderem an der Hochschule Fulda und referiert auf den unterschiedlichsten Bühnen rund um seine Lieblingsthemen SEO, Social Media Marketing & Co.

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(Uwe Walcher | Founder & Chief Executive Officer)
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